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Ich geb’s zu:

Am Anfang meiner Unterrichtskarriere war ich der Meinung, dass man über dieses Thema gar ned zu reden braucht, weil den Anfängern das Handwerkszeug dazu schlicht fehlt.

Diese Einstellung ist ja nicht prinzipiell falsch… aber, ganz so einfach ist’s doch nicht:

Wenn ein Anfänger spielt, so hört man seine Unsicherheiten, was soweit geht, dass der Schüler die Frage „Ist das korrekt?“ gar nicht stellen muss. Man hört die Frage schon in der Spielweise. Und man hört noch viel mehr – und die Dinge, die man hört, kommen direkt aus der Gefühlswelt!

Aber halt! Aus der Gefühlswelt? Sprechen wir von Anfänger? Ja! Somit ist dies doch ganz klar der Beweis, dass auch ein Anfänger in der Lage ist, seine Gefühle auf dem Instrument auszudrücken. Und dies ist ganz natürlich und der Anfänger musste dies auch gar nicht üben!

Um den Gefühlsausdruck nun in eine „gute Richtung“, welche die tatsächlich auszudrückenden Gefühl widerspiegelt, zu lenken, verwende ich manchmal Vorstellungen:

Ich spiele, habe dabei ein Gefühl und beschreibe meinem Schüler eine Situation, die in etwa den Gefühlen entspricht, die ich während dem Spielen habe.
Als Resultat ist es so, dass man einen Unterschied im Spiel des Anfängers hört. Dies fängt bei sehr kleinen, filigranen Unterschieden an und ging auch schon bis zur musikalischen Explosion (gell, Peter?).
Es ist natürlich schon so, dass die Unterschiede i.d.R. eher klein sind – aber sie existieren.

Darum muss dann natürlich auch sehr intensiv am technischen Aspekt gearbeitet werden.

Erstpublikation: 2007.08.13